02.05.2018 (pm): Jahresergebnis der Oberfinanzdirektion Frankfurt

PRESSE – MITTEILUNG
der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG)
Frankfurt, 02.05.2018

Jahresergebnis der Oberfinanzdirektion Frankfurt wurde vorgestellt
Hessische Fahnder und Betriebsprüfer holen in 2017 über 2,3 Mrd. Euro rein

Bedienstete wieder super erfolgreich –
wenn jetzt nicht gehandelt wird, ereilt uns
bald das Schicksal wie im Pflegebereich

 

Am vergangenen Freitag hat der hessische Finanzminister das erstklassige Jahresergebnis der hessischen Steuerverwaltung veröffentlich und sich dabei u.a. bei seinen höchst erfolgreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedankt.

Der Dank und die Anerkennung in der Öffentlichkeit sind wichtig für die Kolleginnen und Kollegen, allerdings ist es damit alleine nicht getan. Denn neben den hohen Altersabgängen (rund 2.500 – 3.000 Beschäftigte gehen in den nächsten Jahren in Pension oder Rente) verlassen uns wöchentlich ganz viele bestens ausgebildete Beschäftigte. Viele hochmotivierte Steuerspezialisten/innen aus der gehobenen und höheren Laufbahn quittieren den Dienst; sie gehen zu Steuerberatern, zu namhaften Unternehmensberatungen, wechseln in andere Steuerverwaltungen oder auch zur Kommunalverwaltungen etc. „Dieser, in diesem Ausmaß gewiss nicht eingeplante, personelle Aderlass tut den hessischen Finanzämtern sehr weh und schlägt voll ins Kontor“, so Michael Volz, Landesvorsitzender der DSTG Hessen.

Ob dieser Meldungen befürchten wir, dass die hohen Einstellungen der Jahre 2017 bis 2019 zur Kompensation keineswegs ausreichen werden. Zumal davon ausgegangen werden kann, dass die jungen Kolleginnen und Kollegen auch die Zeichen der Zeit erkennen. Wir wollen anerkennen, dass der hessische Finanzminister den einen oder anderen Schritt in die richtige Richtung gegangen ist. Aber unter diesen Vorzeichen, also der besonderen Konkurrenzsituation ist es schlicht zu wenig, auf den sicheren Arbeitsplatz, die flexiblen Arbeitsmodelle hinzuweisen und den Dank für gute Leistungen auszusprechen. Man kann es kaum einem Kollegen verdenken, wenn er nach Bayern (was als einziges Bundesland mit Hessen vergleichbar ist) wechselt, schließlich verdient er dort rund 300,- € bis 500,-€ je Besoldungsgruppe monatlich mehr.

Die DSTG Hessen hat im laufenden Jahr bereits mehrfach nach vorne gewandte Vorschläge in den politischen Raum gestellt. Diese sind für den Landeshaushalt ob der zusätzlichen 2,3 Milliarden Euro allenfalls „Peanuts“, könnten aber eine enorme Bindungswirkung für Kolleginnen und Kollegen entfalten.

Wenn diese Forderungen vom Finanzministerium allerdings nur mit Durchhalteparolen versehen werden, befürchten wir mittel- und langfristig Zustände wie im

Pflegebereich, wo erfolglos -ob der Bezahlung- nach geeignetem Nachwuchs
gesucht wird. Die Folge wäre: Die Steuergerechtigkeit leidet und die Steuerkriminalität prosperiert. Das wäre fatal für alle ehrlichen Steuerbürger/innen und genial für all diejenigen, die es nicht so genau mit dem Steuern zahlen nehmen.

Die DSTG Hessen fordert den Finanzminister und die politisch Verantwortlichen zu Gesprächen auf, um die Abgangswelle mit geeigneten Maßnahmen einzudämmen.
Wer es ernst meint, handelt sofort!