22.10.2018 (pm): Nur „Arbeiten in der Heimat für Stamm-Finanzamt im Ballungsraum“ schafft dauerhaft Lösungen für die Landesbeschäftigten der Finanzverwaltung

PRESSE – MITTEILUNG
der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG)
Frankfurt, 22.10.2018

 

Weitere HessenBüros geplant
Nur „Arbeiten in der Heimat für Stamm-Finanzamt im Ballungsraum“ schafft dauerhaft Lösungen für die Landesbeschäftigten der Finanzverwaltung

Überrascht (positiv) zeigt sich die DSTG Hessen, dass Ministerpräsident Volker Bouffier und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, nun wenige Tage vor der Wahl, auch für Fernpendler/innen aus Mittelhessen, der Rhön und dem Odenwald etwas tun möchten.

Die heutige Absichtserklärung der Hessischen Landesregierung fußt auf einem Vorschlag der DSTG Hessen aus dem Jahr 2005, der Ende 2017 verfeinert, aber zunächst als unverantwortlich abgetan wurde.

Unser Außenstellen-Modell orientiert sich an bewährten Strukturen, weil bereits jetzt elf der fünfunddreißig hessischen Finanzämter, im Interesse strukturschwacher Regionen, über sogenannte Verwaltungsstellen verfügen. Wir möchten, in Anlehnung hieran, für die Finanzämter, die eine hohe Anzahl von Pendlern beschäftigen, Außenstellen einrichten.

Umso mehr fühlen wir uns bestätigt, da nun die Landespolitik drei weitere Regionen aufgreift, aus denen täglich ganze Heerscharen von Kolleginnen und Kollegen nach Frankfurt am Main, Offenbach, Wiesbaden, Bad Homburg usw. pendeln.

Das Pilotprojekt, Beschäftigte des Finanzamts Hofheim in Limburg arbeiten zu lassen, ist zwar erst im September 2018 gestartet, wird jedoch vermutlich erfolgreich sein.
„Das Gros unserer Beschäftigten wird sich sprichwörtlich ein Bein dafür ausreißen, um näher in der Heimat arbeiten zu dürfen. Die Steuerverwaltung funktioniert nur noch, weil alle Kolleginnen und Kollegen einen ganz hohen Anspruch an sich selbst und ihre Tätigkeit haben“, so der Landesvorsitzende der DSTG Hessen Michael Volz.

Den Pilotversuch gilt es vor dem Hintergrund der Erweiterung um drei weitere (Hessen-)/ Heimat-Büros noch mehr auszubauen, bspw. für die vielen Kolleginnen und Kollegen, die aus dem Westerwald kommen und in Wiesbaden arbeiten. Darüber hinaus gilt es weitere Heimatbüros in den Regionen um Marburg, Gelnhausen etc. einzurichten. Denn auch in diesen Regionen leben viele Rhein-Main Pendler/innen, die tagtäglich mehrere Stunden

auf hessischen Straßen oder in der Bahn unterwegs sind, was sich keinesfalls gesundheitsfördernd und motivationssteigernd auswirkt.

Zudem sollten die Arbeitstage in den Heimatbüros im Sinne aller Pendler/innen von derzeit zwei auf mindestens drei Tage je Woche erweitert werden.

Auf der anderen Seite gilt es die Kollegenschaft in den Stammdienststellen nicht mit den „Restaufgaben“ zurück zu lassen. Aus diesem Grund fordern wir den Ministerpräsidenten und den Finanzminister auf, die rund 2.000 Anwärterstellen im Finanzressort der Haushaltsjahre 2017 bis 2019, umgehend in echte -mit Budget versehene- Haushaltsstellen umzuwandeln und diese auch konsequent durchzuschlüsseln. Nur wenn Stellen mit Menschen belebt werden, kann Politik die enorme Arbeitslast verringern und weiter Perspektiven bieten, um abwanderungsgeneigte Beschäftigte langfristig zu binden und dem permanenten Personalrückgang entgegenzuwirken.

Die DSTG Hessen fühlt sich mit ihrem fortschrittlichen Vorschlag ob der aktuellen Publikationen absolut bestätigt.
Super wäre, wenn Politik künftig etwas früher auf gute Vorschläge, auch aus anderen Reihen, in diesem Fall seitens der höchsterfahrenen Deutschen Steuer-Gewerkschaft Hessen, der Fachgewerkschaft in der Finanzverwaltung, hören würde.